Latein
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| Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Walter Siewer |
Seit dem Schuljahr 2010/2011 wird Latein im Profilbereich des Willi-Graf-Gymnasiums ab Klasse 8 unterrichtet. Dabei nimmt Latein im Fächerkanon des Gymnasiums einen besonderen Stellenwert ein.
Französisch und Englisch sind Kommunikationssprachen, Latein ist eine Reflexionssprache, wir denken nach über die Sprache, ihre Strukturen und Konstruktionen.
Französisch und Englisch wecken Interesse an aktuellen Stoffen, Latein belebt das Interesse an überzeitlichen, zeitlos gültigen Stoffen.
Französisch und Englisch setzen motorische Spontaneität, ein akustisches Gedächtnis voraus, Latein setzt auf visuelle Kombinationsfähigkeit, ein visuelles Gedächtnis.
Französisch und Englisch fördern das assoziativ-analoge Denken, Latein das logisch-kausale Denken.
Es ist nach Meinung vieler Fachdidaktiker nützlich und überaus sinnvoll, zwei verschiedene, in ihrer Methode kontrastierende fremdsprachliche Modelle, Französisch und Englisch hier, Latein da, kennen zu lernen.
Gymnasiale Bildung wird durch Dissonanzen, nicht durch Konsonanzen gefördert.
Die fundierte Kenntnis einer solchen Universalsprache soll an der Schule – für die Fächer Französisch, Englisch, Deutsch und Geschichte - , aber auch an den Universitäten, für die Naturwissenschaften, vor allem die Pharmazie und Medizin und erst recht im späteren Berufsleben dazu befähigen, sich schnell und kompetent, vor allem selbständig in fremde Sprachen einzuarbeiten, zumindest eine ausreichende Lesekompetenz zu gewinnen.
Keine lebende Sprache bietet dafür bessere Voraussetzungen als das sogenannte „tote„ Latein!
Gründliche Kenntnisse der lateinischen Sprache sind nicht für eine elitäre Minderheit bestimmt, sondern eine pure Notwendigkeit in einer Gesellschaft, die immer mehr zu einer vielsprachigen europäischen Gemeinschaft zusammenwächst, in der die von der Schule vermittelten Kenntnisse von zwei, drei Sprachen nicht mehr genügen.
Nun mag man sagen: aber Europa und die Welt sprechen doch gar nicht mehr Latein!
Richtig! Aber mehr Sprachen als die Schule jemals vermitteln kann. Wenn die Schule deshalb ihrem Anspruch – „non scholae, sed vitae discimus – nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“, genügen will, hat sie vor allem eine Basissprache anzubieten, deren System, deren Struktur zur Vermittlung allgemeiner Sprachkunde geeignet ist.
Organisation des Lateinunterrichts
Lehrbuch: Lumina Nova, Texte und Übungen, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2010
Latein wird am Willi-Graf-Gymnasium in unterschiedlichen Organisationsformen angeboten.
Klasse 8 - 10
Klasse 8 - 12
Der vierstündige Unterricht in den Klassenstufen 8 – 10 gliedert sich in die Spracherwerbsphase in den Stufen 8, 9 und 10.1 und die Lektürephase in Klassenstufe 10.2.
Beim Spracherwerb mithilfe des Lehrbuches beschäftigen sich die Schüler mit künstlichen Texten oder vereinfachten Originaltexten. Neben dem Einüben grammatikalischer Strukturen, Formenlehre und Satzbau wird größter Wert auf die Inhalte und das Textverständnis gelegt. Durch Hintergrundinformationen im Buch und durch den Fachlehrer erhalten die Schüler Einblicke in das Alltagsleben der Römer, in die antike Geschichte, Mythologie und die Philosophie. In der Lektürephase rücken Originaltexte der lateinischen Literatur in den Mittelpunkt des Unterrichts.
Die reflektierende Arbeit an lateinischen Texten stärkt in besonderer Weise methodische und analytische Fähigkeiten bei den Schülern, fördert das Verständnis der deutschen Sprache und bereichert das sprachliche Ausdrucksvermögen.
Schüler, die Latein von Klasse 8 – 10 belegen und die Ergänzungsprüfung bestehen, erlangen an der Schule unter Begleitung des Fachlehrers auf kleinschrittigem und methodisch durchdachtem Weg das Latinum. Es besteht auch die Möglichkeit Latein in der Oberstufe fortzuführen und das Latinum ohne Ergänzungsprüfung am Ende von Klasse 12 zu erwerben.
Klasse 10 – 12
In der Klassenstufe 10 – 12 wird Latein als neu einsetzende Fremdsprache in der Oberstufe unterrichtet. Das Latinum erwirbt man durch die erfolgreiche Teilnahme an einer aus einem schriftlichen und mündlichen Teil bestehenden Ergänzungsprüfung, die im Rahmen der Abiturprüfung abgelegt wird.
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