LisaAm Wochenende war es endlich soweit: Uraufführung des Musicals "Lisa - wenn Dir das Leben Zitronen gibt". In den letzten zwei Jahren haben die Musical-AG und die Rockband der Willi-Graf-Schulen anstrengende Proben bzw. Probenwochenenden hinter sich gebracht . Die Leitung hatte Musiklehrer Holger Ringeisen, der schon zum fünften Mal ein Musical mit Schülern einstudiert hat und dabei unterstützt wurde von Katja Sattler und vielen Helfern in der Technik und im Hause. Aber eins sollte hier deutlich werden: Szenen, Liedtexte, Choreografie , Bühnenbild und ein Großteil der Musik wurde von den Schülern aus den 10er Klassen von Gymnasium und Realschule selbst (!) gemacht.

Die Story des Musicals handelt von Lisa, die an Leukämie leidet und deren Stimmung sich zunehmend verschlechtert. Ihre Freundin Selina (Anna Kessel mit viel Wortwitz) und ihre kleine Schwester Michelle (sehr emotional gespielt von Kathrin Kany) und natürlich auch ihr Freund Tobias (gespielt von Maurice Dick, besondere Kennzeichen: einziger Junge, extrem cool) versuchen sie aufzumuntern und wollen sie auf andere Gedanken bringen. Lisa schreibt dann eine Liste mit Dingen, die sie noch gerne erleben möchte, bevor sie sterben könnte …

Aber so weit kommt es nicht, ein Amerikaurlaub, die Teilnahme an einem Gesangscasting und vor allen ihre Freunde muntern sie wieder auf, und so ist dann auch der letzte Besuch bei der Ärztin hoffnungsvoll …

“Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach Marmelade draus“, lautete der optimistisch-pragmatische Refrain, der zum Schluss auch die begeisterten Zuschauer choreografisch zum Mitmachen verleitete. Als besonderes Schmankerl wurde dann tatsächlich auch am Ende der Vorstellung selbstgemachte Zitronenmarmelade angeboten. Die neun selbst komponierten Lieder spannten musikalisch den Bogen von melancholisch-schwermütigen Balladen im Stile eines Warum ich?, das die Hauptdarstellerin Katarina Willems (Lisa) aus der Klasse 10c in stimmlich beeindruckendem Crescendo vortrug bis zu rockigen Aufmunterern, wie das Ensemble We love USA oder das Rap ähnliche Du hast keine Chance/Lasst sie in Ruhe, bei dem sich alle Darsteller austoben konnten.

Überhaupt waren Choreografie, Licht- und Tontechnik sehr gelungen. Der gesamte Pavillon wurde bis in die hinterste Ecke ins Bühnengeschehen miteinbezogen, die Schauspieler durch aufmerksame Arbeit an den Verfolgerspots im richtigen Moment angestrahlt. Auch die Rockband der Schule wurde ins Szenario eingebaut und agierte professionell - bis auf wenige Lieder auch auf der Bühne - dezent im Orchestergraben neben der Bühne.

Gelohnt hat sich die Mühe allemal, die Veranstaltungen waren an beiden Tagen ausverkauft, der Pavillon bis zum letzten Seitenplatz gefüllt. Hängen bleibt nicht nur das gute Gefühl etwas Gelungenes  gesehen zu haben, sondern auch der bereits erwähnte Satz „Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach Marmelade draus“, denn der hat das Zeug zu einer Lebensweisheit …

(Rudolf Zettelmeier)

Und so fing alles an ... zur Entstehung des Musicals