2019.11.20. Ari Rosen smallIm November 2019 hielt Arie Rosen für alle Sechstklässler der Willi-Graf-Schulen einen Vortrag zum Sabbat, dem jüdischen Ruhetag. Zunächst gab er eine sehr persönliche Einführung, in der er den Schülerinnen und Schülern von seiner Kindheit in Frankfurt am Main erzählte und beschrieb, welche ersten Eindrücke er nach seinem Umzug in Jerusalem sammelte. Seine Begeisterung für die Weltstadt erfüllte den Raum regelrecht.

Im Anschluss daran erklärte er den Ablauf des Sabbats. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich überrascht, dass dieser Ruhetag bereits am Vorabend mit einem Gebet beginnt. Noch mehr verblüffte sie allerdings die Tatsache, dass am Sabbat jegliche Nutzung elektrischer Geräte und auch das Autofahren verboten sind. Herr Rosen wies zwar darauf hin, dass diese Vorschriften nur von streng orthodoxen Juden eingehalten werden, dennoch war der Menge ihr Staunen anzumerken. Mehr Verständnis zeigten die Schülerinnen und Schüler für die Bedeutung guter Speisen, die Arie Rosen hervorhob.

Als er nach einer Erklärung traditioneller Sabbatgerichte allerdings in die Runde fragte, wer denn sonntags ebenfalls regelmäßig im Kreise seiner Großfamilie esse, gingen nur etwa die Hälfte aller Hände nach oben. Es zeigte sich hier deutlich, dass ein Vortrag über andere Religionen auch das bewusst werden eigener kultureller Gebräuche fördert. Im Anschluss erläuterte Herr Rosen den Ablauf eines jüdischen Gottesdienstes und gab einige Kultgegenstände rum. Hierbei konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen an ihn stellen. Sie interessierten sich besonders für den Thorakult und für die Besonderheiten koscheren Essens.

Zum Schluss hatte Herr Rosen für alle Schülerinnen und Schüler noch eine Überraschung aus Jerusalem dabei: Jedes Kind erhielt eine Kippa, die von vielen umgehend aufgesetzt wurde. Noch einige Tage nach dem Vortrag sah man Kippa-Träger durch die Gänge laufen.